Ostern 2020 und Corona: Digitale Ostereier im Stream

Ostern 2020: Online-Tipps für Streaming

Zu Ostern wünscht man sich gutes Wetter: Das verlängerte Wochenende von Karfreitag bis Ostermontag lädt gerade dazu ein, die Zeit im Familien- und Freundeskreis zu verbringen und im symbolischen Kurzurlaub den Frühlingsbeginn zu genießen. Corona macht der Planung zwar einen Strich durch die Rechnung, auf Ostern muss man deshalb aber nicht verzichten. Kirche, Musik, Kunst und Kultur gibt es auch weiterhin – kontaktlos, aber für Augen, Ohren und Geist.

Gottesdienste zu Ostern 2020

Die Kirchen haben Live-Streams über Facebook und ihre Internetseiten längst für sich entdeckt. In der Bundeshauptstadt werden alle Ostergottesdienste im Berliner Dom auf der Internetseite der Domgemeinde live gestreamt. Die Dresdner Frauenkirche überträgt ihre Gottesdienste samt Orgelkonzert ebenfalls auf ihrer Internetpräsenz. Aus München werden täglich bis zum 19. April Gottesdienste zum Osterfest im Liebfrauendom auf der Webseite des Erzbistums sowie im Radio live übertragen. Die Evangelische Kirche in Deutschland bündelt ihre Online-Angebote für „Kirche von zu Hause“ auf einer Corona-Unterseite.

Der Vatikan hat über seinen YouTube-Kanal einen Live-Stream eingerichtet:

Musik: Gratis Streams zur Osterzeit

Fast jeden Abend gibt der Pianist Igor Levit ein Hauskonzert via Twitter live aus seinem Wohnzimmer. Da sein Repertoire riesig ist, könnte das noch eine ganze Weile so weitergehen, bevor Levit wieder in seinem natürlichen Lebensraum tätig wird: im Konzertsaal. Eine Kostprobe zur Krisenzeit gab er beim Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier im Schloss Bellevue mit der Waldstein-Sonate von Beethoven:

Das Konzerthaus Berlin hat ein eigenes Online-Angebot unter dem Titel #konzertZUhaus ins Leben gerufen, wo es täglich etwas zu entdecken gibt. Die Kolleginnen und Kollegen der Berliner Philharmoniker haben ihre Digital Concert Hall während der Schließung der Philharmonie geöffnet: Wer sich registriert, erhält 30 Tage kostenlos Zugang zum großen Konzertarchiv des Weltklasseorchesters.

Auch die Wiener Staatsoper lässt Opernfreunde an einem gratis Testmonat teilhaben und öffnet ihre digitale Schatzkiste. In New York streamt die Metropolitan Opera jeden Abend eine Produktion aus ihrem Archiv:

Im Jazzbereich öffnet das Montreux Jazz Festival seine Pforten und ermöglicht Nutzern 30 Tage Gratis-Streaming von mehr als 50 Konzerten. Dabei sind u.a. Ray Charles, Wu-Tang Clan, Johnny Cash, Nina Simone, Marvin Gaye, Deep Purple und Carlos Santana. Bei dieser Fülle an herausragendem Material könnte man täglich ein Konzert streamen und wäre bis nach Pfingsten beschäftigt.

Die „Behind Prison Walls“ Konzerte von Johnny Cash sind legendär. Arte stellt eines der Konzerte bis zum 20. April 2020 kostenlos auf seiner Webseite zur Verfügung. Wer lieber über sein Smartphone schaut, wird beim Rolling Stone Magazin fündig: Dort spielen viel Stars an drei Tagen in der Woche (Montag, Mittwoch, Freitag) Wohnzimmerkonzerte, die über den Instagram-Kanal des Magazins gestreamt werden. Die Musikplattform Colors streamt jeden Tag um 19 Uhr ein Konzert auf YouTube. Dabei kann man direkt für die ausführenden Künstler spenden:

https://youtu.be/LBhEryRqrIk

Kunst & Kultur

Das Deutsche Museum präsentiert eine umfangreiche Sammlung von Video- und Audioformaten, mit denen sich das wohl größte Technik- und Wissenschaftsmuseum der Welt erkunden lässt. Normalerweise besuchen rund 1,5 Millionen Menschen jährlich das Museum. In Zeiten von Corona können es noch mehr werden, denn die digitalen Angebote stehen jedem offen.

Wer Captain Piccard alias Patrick Stewart in irdischer Besetzung erleben möchte, schaltet sich auf seinem Instagram-Kanal ein, wo der Schauspieler jeden Abend Sonette von William Shakespeare rezitiert.

Die Alte Pinakothek in München hat ihre Ausstellungen als Partner von Google Arts & Culture online gestellt. In mehr als 50 Geschichten erfährt man mehr zu den Objekten einer der bedeutendsten Gemäldegalerien.

Nachruf Israel Yinon (1956 – 2015)

„Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum.“

Friedrich Nietzsche (Sprüche und Pfeile, Kap. 33)

Der Tod führt uns die Endlichkeit des menschlichen Lebens schmerzhaft vor Augen. Danach bleibt nur noch die Erinnerung. Ich möchte an den israelischen Dirigenten Israel Yinon erinnern. Der Artikel, der ursprünglich für ein deutsches Hifi-Magazin bestimmt war, ist nun zu einem Nachruf geworden. Alle Informationen stammen aus persönlichen Gesprächen mit dem Dirigenten und der E-Mail-Korrespondenz mit ihm.

Israel Yinon: Dirigent, Musiker und Hifi-Enthusiast

Als der israelische Dirigent Israel Yinon am 29. Januar 2015 während eines Konzerts im Kultur- und Kongresszentrum Luzern verstarb, machte die Nachricht schnell die Runde. Völlig unerwartet brach der 59-jährige während der “Alpensinfonie” von Richard Strauss auf der Bühne zusammen. Wenig später konnte nur noch sein Tod festgestellt werden. Während viele deutsche Online-Medien lediglich die DPA-Meldung umstrickten, sind internationale Berichterstatter deutlich ausführlicher. Israel Yinon lebte seit Jahren in Berlin-Pankow, war aber in Deutschland nicht sonderlich bekannt. Lag es daran, dass er zu wenig “Mainstream” dirigierte und sich im hohen Maß unbekannten Komponisten widmete? Ist es heute nicht mehr populär, sogenannte “Entartete Musik” zu entdecken und aufzunehmen? Verstärkt sich die Tendenz des Vergessens von Komponisten und Kompositionen aus der Zeit der beiden Weltkriege in unserer Zeit?

Vorwürfe sind hier fehl am Platze. Für mich steht aber fest, dass Israel Yinon als herausragender und hinterfragender Interpret zu Lebzeiten ein größeres Podium in Deutschland verdient hätte. Seine Karriere fand vor allem international statt, im letzten Jahr unter anderem in Mexiko, China, Italien, der Schweiz und auf Island. Er war ein ausgezeichneter Musiker und trotzdem von großer Bescheidenheit, wie man sie selten findet. Freude fand er an den kleinen Dingen, die sein Leben bereicherten. Dazu gehörten sein Akkordeon, sein Dumont-Harmonium, das er im November 2014 bekam und als größte Inspiration ansah und seine Hifi-Anlage.

“Eventuell war ich nie ein richtiger Akkordeon-Spieler, sondern ein versteckter Harmonist!”

Seit den 90er-Jahren arbeitete der Musiker am perfekten Klang, den er aus der musikalischen Praxis kannte und möglichst originalgetreu in seinem Wohnzimmer wiedergeben wollte. Daher möchte ich an dieser Stelle weniger auf Israel Yinons Karriere als Dirigent eingehen, sondern seine Passion als Hifi-Enthusiast näher beleuchten. Wer sich näher über den Dirigenten informieren möchte, findet einen englischsprachigen Lebenslauf nach der Fotogalerie am Ende der Seite. Im folgenden Video ist ein Gespräch mit Israel Yinon vor einem Konzert an der mexikanischen Universidad Autónoma de Zacateca im Jahr 2013 zu sehen.

Mit wenig Geld den besten Klang

Diesem Credo hatte sich Israel Yinon verschrieben. Wer zu ihm nach Hause kam, sah eine unglaublich komplexe und mehrfach modifizierte Stereo-Anlage. Letztendlich steckten aber keine Unsummen in den Geräten, sondern ein riesiger Zeit- und Höraufwand, um dem perfekten Klang auf die Spur zu kommen. Israel Yinon war der Ansicht, dass Musik auf Tonträgern für jeden zugänglich sein müsse. Daher sollten keine sonderlich teuren Geräte beteiligt sein, sondern die richtigen Komponenten zusammenspielen oder solide gemachte Geräte verbessert werden. Als einziges Hilfsmittel gab es für ihn das Ohr. Sein Hörvermögen war Voraussetzung für die erfolgreiche Karriere als Dirigent. Er selbst beschrieb seine Fähigkeit folgendermaßen:

“Ich bin in meinem Job gut, weil ich höre, wo ein Fehler ist, warum er passiert und wie man ihn beseitigt.”

Vor über 20 Jahren entschied sich Israel Yinon für den Digital-Vorverstärker Evolution DAC 1.2 der deutschen Firma AVM als Basis seiner Hifi-Kette. Das Konzept mit dem integrierten Digital-Analog-Wandler auf der Vorverstärker-Platine überzeugte ihn. AVM nennt in der Bedienungsanleitung des DAC 1.2 explizit die Möglichkeit, die DA-Wandler in Zukunft durch technologisch fortgeschrittenere Bausteine aufzurüsten. Dem Israeli musste dies entgegenkommen, denn er war regelrecht getrieben vom Wunsch nach Verbesserung. Allerdings gab es im Jahr 1995 seinem Empfinden nach keine bessere Technologie als die vorhandenen Bausteine im AVM Evolution DAC 1.2: “Besser ging’s nicht!”

Tausch von Bauteilen wird zum Alptraum

Daher begann Yinon, systematisch Bauteile auszutauschen und zu ersetzen. Zusammen mit einem elektronisch versierten Bekannten setzte er damit an, Bauteile nach Gehör zu selektieren. Mittels Hilfsplatinen wurden die Chips, Widerstände und Kondensatoren im Vorverstärker untergebracht und in diversen Konstellationen erprobt. Das Hören gestaltete sich über Jahre hinweg zum persönlichen Alptraum, erzählte Israel Yinon. Dabei war seine Rolle ausschließlich die des Hörenden, der Respekt vor dem Beruf des Hifi-Konstrukteurs hat: “Ich bleibe Dirigent! Ich bin kein E-Techniker oder Ingenieur, ich höre nur.”

Auf die Frage nach Vinyl und Röhre als Tonträger respektive Technologie reagierte Israel Yinon überraschend: “Ich habe wohl Aufnahmen von Schallplatte auf Röhrengeräten gehört. Aber: Meine Aufnahmen wurden alle digital gemacht, ich muss daher auch digital abhören. Schließlich verkaufe ich CDs und höre sie zuhause, da wäre es moralisch nicht richtig, auf die Platte zu setzen.”

Die Lautsprecher Israel Yinons wurden 1999 von Gunter Glaser entwickelt. Von ihm konnte der Dirigent eigenen Aussagen nach das aktive Hören vervollkommnen. Seiner Ansicht nach hat die Elektronik letztendlich mehr Einfluss auf den Klang, wenn die Lautsprecher gut konstruiert sind. Das Teuerste an Yinons Schwallwandlern waren nicht die Chassis, sondern die massiven Ahorn-Gehäuse von Satelliten und Subwoofer. Als aktive Weiche spielte eine Proteus 2.4 in der Kette. Die Crossover-Frequenzen legte der Dirigent auch rein nach dem Gehör fest, ebenso die Einstellung der Filter.

“Ich habe mich immer an Live-Musik orientiert. Welchen Bezugspunkt sollte ich sonst nehmen?”

Als Endverstärker setzte Israel Yinon einen HIFIAkademie PowerAmp Mod. 3 ein, die komplette Verkabelung kam von Wilbrand Acoustics (ein Tipp aus dem Hifi-Magazin STEREO). Zuspieler war ein modifizierter Marantz CD-10 aus den 90er-Jahren, der sein Signal über eine Tent Audio Clock an die Digital-Sektion im AVM DAC lieferte.

Studioalltag und Hifi

Das Interesse für Hifi und die hochwertige Musikwiedergabe kam bei Israel Yinon durch den Studioalltag. Er spielte im Lauf seiner Karriere rund 28 CDs ein und entwickelte dabei ein Verständnis für die Technik dahinter. Eine Geschichte illustriert, welchen Stellenwert Yinon als Dirigent genoss. Bei seiner Einspielung von “Der letzte Pierrot” Ende der 90er-Jahre wurde von der Decca erstmals im hochauflösenden Format aufgenommen. Tonmeister war der berühmte Jimmy Lock, der als Urgestein der Decca so etwas wie der “Godfather of Recording Engineers” war. Diesem Mann wagte keiner zu widersprechen, nicht einmal berühmte Dirigenten. Beim Abhören der Aufnahme registrierte Israel Yinon eine Unausgewogenheit im Klang und sagte zu Lock: “Die Kontrabässe bitte 1 dB weniger.” Den Umstehenden stockte der Atem ob dieser Verwegenheit! Lock aber führte die gewünschte Änderung ohne Kommentar aus. Seitdem verband die beiden Männer eine Freundschaft.

Aufregender Chip-Fund in Los Angeles und Taipeh

Die Hifi-Kette von Israel Yinon wurde immer besser, aber beim Herzstück, den Wandler-Chips, schien kein Fortschritt in Sicht. Durch Zufall fand der Musiker aber fünf der letzten Burr-Brown PCM63P-Y in Los Angeles, “die besten Chips für 20/48 (Bit/kHz)!” Mittels in Taipeh erworbener Adapter konnte er diese DA-Wandler-Bausteine in seine Kette integrieren. Damit schien für mehrere Jahre erstmal Ruhe in das Hifi-Leben des Dirigenten gekommen zu sein. Was gab es jetzt noch zu verbessern?

2007 wurde Yinon auf eine australische Marke aufmerksam: Burson Audio. Neuartige Operationsverstärker weckten sein Interesse, sodass er sich eine Anzahl zuschicken und in seinen Vorverstärker einbauen ließ. Mit dem Ergebnis war Israel Yinon sehr zufrieden, beschädigte aber aus Versehen ein Bauteil bei einem Vergleichstest. Er schrieb die Australier an und bat um eine Ersatzlieferung. Als das Ersatzteil eingebaut war, registrierte der Dirigent eine klangliche Veränderung. Nur sehr subtil, aber für ihn deutlich hörbar. Erneut wandte er sich an Burson Audio und reklamierte das Austausch-Bauteil, weil es anders klänge. Die Antwort der Australier ließ nicht lange auf sich warten:

“Wie konnten Sie das hören? Wer sind Sie? Warum hören Sie so etwas?”

Tatsächlich hatte man eine neue Serie nach Berlin geliefert, die optisch nicht von der alten zu unterscheiden war. Seit diesem Zeitpunkt war Israel Yinon inoffizieller Testhörer für Burson Audio. 2014 bekam er als erster die neuen Operationsverstärker in der 3. Generation zu hören, die 2015 ausgeliefert wurden. Bezeichnenderweise heißt der neue Pre-Amp und DAC der australischen Firma “Conductor Virtuoso“. Alex von Burson gibt sich erschüttert über den Tod des Dirigenten und Ratgebers: “I received this news with the heaviest of heart. He has been our dear friend and mentor since 2007 and he has guided Burson through out the years towards his musical understanding and preference. So many times we have seeked his opinion during our designing process and so many times he has steered us back onto the right path. He always took time to made sure that we understood.”

Der Dirigent tritt ab

Die letzte von insgesamt 55 E-Mails von Israel Yinon erhielt ich am 8. Januar 2015. Ich möchte es nicht versäumen, aus ihr zu zitieren, denn daraus wird ersichtlich, was für eine Seele von Mensch der israelische Dirigent war.

“Beim HiFi ist es ganz fantastisch geworden, insbesonders nachdem ich den Burson Conductor’s DAC-Out an meinem AVM Pre-Amp-In angeschlossen habe (mit einem weiteren Silver Signal-Kabel von Wilbrand, diesmal nur 30cm lang). Die Musik ist sowas von lebendig im Zimmer – man kann sich das so kaum vorstellen!
Alles in allem passt es jetzt super beim HiFi, ebenso wie auch beim Bugari [Akkordeon] und beim Harmonium (ich habe die fehlende Resonanzbox aus verschiedenen Kartons “nachgebaut”, also simuliert; hat nicht mal 10 Min. gedauert; das Harmonium klingt damit viel runder, resonierend, schöner).
Wann sehen wir uns? Nächste Woche (Montag) reisen wir nach Barcelona. Danach kommt Luzern und wir werden erst am 31.01. zurückkommen.
[…]
Apropos, wenn Du es möchtest, dann können wir ein paar Minuten am Sonntag finden und die Burson/AVM Kombi hören. Ich denke, es ist ein Hammer!”

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Maestro Israel Yinon

Born in 1956, Israel Yinon studied conducting with Prof. Mendy Rodan and Noám Shariff at the Rubin Academy of Music in Tel-Aviv and Jerusalem. His extraordinary talent for conducting was internationally recognized when his debut CD, the world premiere recording of the symphonic works of Viktor Ullmann (with the Brno Philharmonic Orchestra) garnered both the German Reviewers’ Recording Prize and Gramophone’s CD of the Year — Critic’s Choice, in 1993. His British debut followed the same year with the BBC Philharmonic Orchestra in a televised concert.

His revival of Hans Krása’s opera “Betrothal in a Dream” at the Prague State Opera in (his opera debut) won him the Cultural Prize of the Czech government in 1995. His American debut with the same work at the Kennedy Center with the Washington Opera company provided “clearly the musical event of the year” (Washington Times, 1996). The Independent on Sunday chose his other remarkable revival, Pavel Haas’s opera “The Charlatan” at Wexford Opera Festival, as “Opera of the Year 1998” in England. His recording of the opera for Decca was nominated for the “2000 Cannes Classical Award”. His other recording for Decca, Karol Rathaus’ symphonic music with the DSO Berlin, won him a second German Reviewers’ Recording Prize.

Many orchestras, wide repertoire

Maestro Yinon has performed with many of Europe’s leading orchestras, including the Gewandhaus Orchestra in Leipzig Opera Haus, the National Symphony of Ireland, the Royal Philharmonic London, the SWR Symphonie-Orchester Baden-Baden, the Holland Radio Symphony Orchestra, the Royal Flemish Philharmonic, the Konzerthausorchester Berlin, the Concertgebouw Kamerorkest, the Warsaw Philharmonic, the Filarmonica Arturo Toscanini, the State Symphony Orchestra Novaya Russia in Moscow.

Alongside his strong grip on the common “classical” repertoire, Maestro Yinon is well known for his revivals and interpretation of music considered lost as a result of WWII. Among others he made numerous CDs and radio recordings with the renowned German Radio Symphony Orchestras of Berlin, Cologne, Saarbrücken, Hannover and Stuttgart, with the BBC Symphony in London, the Hungarian TV & Radio Symphony, the Prague Radio Symphony and the BBC Philharmonic.

Specialist for „Entartete Musik“

In a special promotional CD, entitled “Bewegte Zeiten, Neue Musik in der Weimarer Republik, 1913- 1933”, Deutsche Grammophon has honoured Maestro Yinon’s Universal Classics recordings next to Giuseppe Sinopoli, Karl Böhm and Richardo Chailly. “From the Depths of Oblivion,” his concert series in Graz (Cultural Capital City of Europe, 2003) with its Symphony Orchestra and as its chief conductor, earned him the Golden Medal of Honor of the City of Graz.

Maestro Yinon’s “impessioned conducting“ (The Daily Telegraph) and thoughtful interpretations are often mentioned in the rave reviews he is getting all over the world. The german “Das Orchester” Magazin wrote in his 7/8, 2013 issue about Yinon’s gala concert with the Filarmonica Toscanini in BASF, Germany, the following: “A marvelous concert […] Great music making! […] Yinon brought the very best out of the orchestra […] He was fascinating and fully engaged, ran the orchestra masterfully and carried the enthusiastic audience along with him”.

Maestro Yinon conducted lately the Lithuania National Symphony Orchestra in Vilnius, the Armenian Philharmonic in Yerevan, the UNAM Philharmonic in Mexico City, the Bucharest “Enescu” Philharmonic in Bucharest, as well as the Beijing Symphony in the “Forbidden City”. He has opened the 10th Czech Mahler-Festival where he conducted the Prague Symphony Orchestra, to be soon broadcasted on Czech TV. He also conducted the Iceland Symphony Orchestra in Reykjavik. Israel Yinon died aged 59 while conducting a concert in Lucerne on January 29th 2015.

Anderwear: Aufregend anders

Bei Anke Prüstel bekommen Kundinnen maßgeschneiderte Dessous und Bademode. Daneben hat sich die Schneiderin auf Wäsche für krebserfahrene Frauen spezialisiert.

Ein Wutanfall war der Auslöser: Nach ihrer Brustkrebs-OP musste Anke Prüstel feststellen, dass der Wäschemarkt für Kundinnen wie sie nichts bot. Schwarzes und weißes Einerlei gab es, das meiste davon schlecht sitzend und nicht besonders hochwertig. Darüber ärgerte sich die Damenmaßschneiderin so sehr, dass sie kurzerhand beschloss, es selber und besser zu machen: Die Idee für die Firma Anderwear war geboren.

Leidenschaft für Anderwear

“Ich mochte immer schon schöne Wäsche, die auch zur Oberbekleidung passt. Dazu liebe ich den Umgang mit Materialien wie edler Spitze, Seide und hochwertiger Mikrofaser.” Die Leidenschaft und der Erfolg auf diesem Gebiet kommen nicht von ungefähr: Anke Prüstel ist mit Anderwear eine der ganz wenigen Schneiderinnen in Deutschland, die Maßanfertigungen von Dessous und Bademoden für Frauen mit Brustkrebs anbietet. Die Kompetenz und notwendige Erfahrung für diese Nische hat die Berlinerin zweifellos: “Zehn Jahre arbeitete ich in der Wäscheabteilung eines mittelständischen Unternehmens, anschließend zwölf Jahre im Sanitätshaus. Dort hatte ich oft Kontakt mit brustkrebserfahrenen Frauen.”

Für die anspruchsvolle und kreative Arbeit mit Dessous und Bademoden absolvierte Anke Prüstel eine Weiterbildung, bei der sie Schnittkonstruktion, Verarbeitungstechniken und das Entwerfen von Designs perfektionierte. Als Meisterin ihres Faches kann sie nun auch die ausgefallensten Wünsche von Kundinnen erfüllen. Die Selbständigkeit als Unternehmerin war ebenfalls Ansporn für die Schneiderin: “Ich wollte keine Chefs mehr haben, die mich nur als ersetzbare Arbeitskraft benutzen. Durch die Menschen, die mich während und nach meiner Krebserkrankung betreuten, wurde ich aufs Höchste motiviert und gelangte zur Überzeugung, dass mein Unternehmen Anderwear vielen Frauen helfen kann.”

Maßanfertigungen auch für brustkrebserfahrene Frauen

Die Nische von Anderwear war für Anke Prüstel aufgrund ihrer Erfahrungen leicht zu finden: Maßgeschneiderte und ästhetische Wäsche für brustkrebserfahrene Frauen und Frauen mit Passformproblemen. Zusätzlich bietet die Schneiderin auch Bademode an, denn wer individuelle Unterwäsche benötigt, greift für Sonnen- und Schwimmbad sicher nicht zu unbequemen Teilen von der Stange.

Beim Ladengeschäft in der Reinickendorfer Auguste-Viktoria-Allee 4 hat sich die Textilartistin von einer bekannten Innenraumgestalterin beraten lassen. Die Einrichtung ist Anke Prüstel nämlich ein ganz besonderes Anliegen: „Ich wollte im Anderwear-Laden eine individuelle Wohlfühlatmosphäre schaffen, in der ich die Kundinnen einfühlsam und kompetent beraten kann. Der Raum spielt dabei eine große Rolle, denn bei einem heiklen Thema wie Unterwäsche und BH müssen Stimmung und Vertraulichkeit einfach passen.“

Voranmeldung wird empfohlen

Wer zu Anke Prüstel geht, sollte vorher telefonisch (030 / 23 36 30 39) oder per Mail (info@anderwear.de) einen Termin ausmachen. Im Ladengeschäft von Anderwear wartet neben der großen Auswahl an hochwertigen Materialien und Mustern eine bestens gelaunte Chefin, die sich ein hohes Ziel gesteckt hat: „Wenn meine Kundinnen zufrieden sind und ich ihre Lebensqualität steigern konnte, ist das für mich der größte Erfolg.“

www.anderwear.de
Auguste-Viktoria-Allee 4
13403 Berlin-Reinickendorf

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„Das ist eine fliegende Wolke“

Guy Müller aus Luxemburg hatte bei der Paul Pietsch Classic 2013 ein ganz besonderes Auto am Start: Der Mercedes-Benz 600 SEC gehörte einmal Paul Pietsch. Mit der letzten Startnummer 102 (so alt wäre Pietsch 2013 geworden) schließt sich damit der Bogen zum Bugatti 35 T mit der Nummer 1.

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort: Der Luxemburger Mercedes-Fan und Sammler Guy Müller war dies zweifellos, als er per Zufall 2009 im Internet auf den Mercedes-Benz 600 SEC stieß. Zu dieser Zeit war er gerade auf der Suche nach einem großen Coupé und verfiel sofort dem Charme und der Faszination des großen Mercedes. Die geringe Laufleistung und der ausgezeichnete Zustand waren weitere Pluspunkte, die für den Kauf sprachen.

Im Text wurde noch erwähnt, dass der Wagen früher einer bekannten Persönlichkeit gehörte. Müller sparte sich die Frage nach dem Erstbesitzer des Mercedes-Benz 600 SEC aber bis zum Schluss auf.

Volltreffer gelandet mit dem Mercedes-Benz 600 SEC

„Das war der Volltreffer!“ So bezeichnet es Guy Müller, als er erfuhr, wer der prominente Wagenbesitzer war. Zwar konnte er das Fahrzeug nicht persönlich von Paul Pietsch entgegennehmen, war aber allein durch Rang und Namen des Erstbesitzers elektrisiert: „Herr Pietsch hat ja Heiligenstatus in Deutschland, und es ist für mich eine besondere Ehre, dass gerade ich dieses Auto für die Zukunft aufbewahren kann.“

Zugelassen ist der Mercedes-Benz 600 SEC in Luxemburg, was hinsichtlich des Kennzeichens ein besonderer Glücksfall ist: Aufgrund der personalisierten Kennzeichen konnte sich Müller das wohl beste Kennzeichen reservieren, nämlich PP 1911. Die Initialen und das Geburtsjahr von Paul Pietsch sind eine Fügung des Schicksals für den Zweitbesitzer, denn damit kann er den Rennfahrer und Verleger auf den Straßen weiterleben lassen.

Hochtechnologie und maximaler Komfort

Das Coupé der C 140-Baureihe war und ist ein außergewöhnliches Auto: Der damalige Vorstandsvorsitzende Werner Niefer wollte zu Beginn der 90er-Jahre das maximal Mögliche hinsichtlich Motor, Sicherheit und Komfort in einem Fahrzeug vereinen. Der 600 SEC gehörte Anfang der 1990er-Jahre zu den technologischen Spitzenmodellen von Mercedes-Benz. Auch der V12 mit 6 Litern Hubraum und serienmäßig 394 PS ist im Mercedes-Benz 600 SEC ein Ohren- und Augenschmaus. Paul Pietsch war das aber noch nicht genug: Er bestellte den Wagen mit einem leistungsfähigeren Motor mit 438 PS. Bei einer Produktionszahl von 307 Stück im Jahr 1992 gehörte Paul Pietsch daher zu den ersten Käufern, die das Meisterstück von Mercedes-Benz fahren konnten.

Unerreicht komfortabel

Den Vergleich mit aktuellen Luxuswagen möchte Guy Müller eigentlich nicht gelten lassen: „Das kann man eigentlich nicht vergleichen. Es ist einfach ein super Motor und man fährt in dem Auto wie auf einer fliegenden Wolke. Das habe ich aus eigener Erfahrung in modernen Autos noch nicht erlebt.“

Mehr als 60 Jahre Automobilgeschichte liegen zwischen dem Bugatti 35 T von 1932 und dem Mercedes-Benz 600 SEC von 1992. Paul Pietsch bewies, dass er den Automarkt vollkommen überblickte und stets aktuelle automobile Hochtechnologieträger sein eigen nennen konnte. Dem Mann aus dem Schwarzwald wird mit der Paul Pietsch Classic ein würdiges Denkmal gesetzt, wenn sich historisch wertvolle Automobile zusammen mit ihren Lenkern auf Schwarzwaldstraßen rund um Offenburg begeben und so an den großen Rennfahrer und Verleger erinnern.

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Große Russische Pianisten

Bevor die Aufnahmetechnik ihren Einzug hielt, konnten Musiker nur live gehört oder nach ihren Auftritten in Texten beschrieben werden. Einen großen Fortschritt bedeuteten demnach mechanische Reproduktionsklaviere, bei denen das Spiel auf Lochstreifen aufgezeichnet wurde. Da diese Instrumente sehr originalgetreu und mit Anschlagsdynamik aufnahmen, konnten große Komponisten und Pianisten für die Interpretation eigener und fremder Werke gewonnen werden.

Marktführer auf dem Gebiet der Reproduktionsinstrumente war die Freiburger Firma Welte & Söhne, deren „Welte-Mignon-Reproduktionsklavier“ die Welt in kurzer Zeit eroberte. Schon um 1930 war diese Ära aber beendet, denn die Aufnahme- und Rundfunktechnik hatte sich inzwischen stark weiterentwickelt und verbreitet. Somit waren keine teuren Instrumente mit aufwändiger Mechanik und der Kauf von Musikrollen notwendig. Viele Pianisten schätzten aber die Reproduktionsinstrumente, da ihr Spiel nahezu originalgetreu ohne Qualitätsabstriche wiedergegeben wurde.

Dal Segno stellt große russische Pianisten vor

Auf einer CD von Dal Segno (DSPRCD038) werden russische Pianisten und Komponisten mit Aufnahmen vorgestellt, die zwischen 1908 und 1933 entstanden. Bekannte und weniger bekannte Künstler haben darauf meist kurze Stücke eingespielt, die ein außergewöhnlich authentisches Zeugnis ihrer Interpretationskunst darstellen. Vladimir Horowitz ist mit seinen frühesten Aufnahmen überhaupt vertreten, die er im Alter von 22 Jahren in Freiburg machte. Der prächtige, aber doch intime Aufnahmeraum bei Welte & Söhne scheint ihm, der eher kein Fan von riesigen Konzertsälen war, sehr gefallen zu haben. In den Rachmaninoff-Prelúdes, darunter die bekannten in h-Moll (op. 32/10) und g-Moll (op. 23/5), hört man den jungen Horowitz, wie er mit stupender Virtuosität und Klangsinn die Kompositionen seines Landsmannes anpackt und versteht intuitiv, welche Begeisterung er in den 20er Jahren auslösen und zu einem der berühmtesten russischen Pianisten des 20. Jahrhunderts werden konnte.

Sergei Prokofiev spielte eigene Kompositionen ein, darunter zwei Stücke aus seiner Oper „Die Liebe zu den drei Orangen“. Die Geläufigkeit und Musikalität des hervorragenden russischen Pianisten begeistern auch heute noch. Besonders faszinierend ist es, dass die historischen Aufnahmen kein Remastering oder dergleichen nötig haben, sondern einfach auf einem Konzertflügel mit Reproduktionsmechanik und heutiger Aufnahmetechnik aufgenommen werden. Die Qualität ist daher auf heutigem hohen Niveau.

Neben Alexander Scriabin und Shura Cherkassy, der bereits mit zwölf Jahren für das Reproduktionsklavier aufnahm, sind auch wichtige Vertreter der russischen Klavierschule nach Paderewski und vor Neuhaus vertreten. Besonders eindrücklich ist eine Aufnahme der Polonaise D-Dur op. 17 von Moritz Moszkowski, gespielt von Leopold Godowsky. Seine Mühelosigkeit und Perfektion machen dem heutigen Hörer bewußt, welche grandiosen russischen Pianisten in der Nachfolge von Liszt existierten, deren Spiel heute nahezu unbekannt ist.

Fünf Jahrhunderte auf Tasten

Francesco Tristano: bachCage

Eine Entdeckungsreise auf Tasteninstrumenten von Frescobaldi über Cage zu Tristano: Junge Künstler mit alter und neuer Musik kommen zu teils unerhörten Ergebnissen.

Alte Musik ist immer wieder spannend. Während Komponisten in späteren Epochen zunehmend genauere Angaben zur Ausführung machten, finden wir bei Komponisten bis ins 18. Jahrhundert häufig wenig mehr als den Notentext und einzelne Artikulationsangaben. Der Interpret als solcher ist gefragt, die Musik mithilfe seines Wissens und seiner Individualität zum Leben zu erwecken. Aarón Zapico ist ein solcher Musiker, der sich mit dem Cembalo auf das weite Feld der Barockmusik spezialisiert hat. Beim Label „Winter & Winter“ ist seine erste Solo-CD unter dem Titel „phantasia“ (No. 910 176-2) erschienen.

Frühbarocke Komponisten auf Tasteninstrumenten

Überwiegend Werke von Girolamo Frescobaldi und Johann Jakob Froberger hat Zapico eingespielt und damit bedeutende Literatur des frühen 17. Jahrhunderts für Tasteninstrumente versammelt. Beide Komponisten waren zu ihrer Zeit anerkannte Musiker und berühmte Virtuosen, die einen großen Einfluss auf ihre eigene und nachfolgende Generationen ausübten. Frescobaldi arbeitet stark mit den barocken Affekten, die sich bei ihm in kontrastreichen und kurzweiligen Stücken äußern. Besonders die Variationskunst und das freie Spiel in Toccaten und Kanzonen kennzeichnen den Stil des Italieners. Froberger führt und entwickelt das Werk seines Lehrers Frescobaldi fort und wird zu einem der aufregendsten und progressivsten Komponisten des Frühbarock.

Der Spanier Zapico benutzt für seine Aufnahme ein zweimanualiges Cembalo mit drei Registern nach historischem Vorbild. Je nach Werk wendet er eine französische und verschiedene mitteltönige Temperierungen an, die sich musikwissenschaftlich begründen lassen. Die Stimmung und damit verbundene Tonartencharakteristik ist eine Voraussetzung für die stilgerechte Wiedergabe alter Musik. Zapico weiß durch beherzte Virtuosität und leidenschaftliches Versinken in die Musik zu überzeugen. Besonders bei den Tanzsätzen Frescobaldis passt sein Temperament ideal zu den Stücken. Fast eine Stunde Cembalomusik einer Epoche beansprucht auch den Zuhörer: Zapico spielt unbestritten musikalisch auf hohem Niveau, aber durch die vielen, teils gleichartigen Stücke kann sich eine leichte Ermüdung einschleichen.

Die Planeten mit vier Händen

Bei Gustav Holsts Suite „The Planets“ von Nimbus Records (NI 5871) handelt es sich um eine Novität: Das britische Klavierduo York2, bestehend aus John York und seiner Frau Fiona, unterrichtet an der St. Paul’s Girls School, der Holst fast 30 Jahre als Leiter der Musikabteilung vorstand. Beim Stöbern in einem alten Schrank im Konzertsaal der Schule fand John York eine in Leder gebundene Ausgabe der „Planeten“, für ein Klavier zu vier Händen eingerichtet und mit Anmerkungen versehen von Holst und seinen damaligen Assistentinnen. Seit der Epoche der Klassik war es üblich, große orchestrale Werke als Auszug für zwei- oder vierhändiges Klavier herauszugeben. Unabhängig von einem Orchester konnten die Hörer und Musiker der damaligen Zeit das Werk auch im kleinen Rahmen hören, denn Klaviere waren an vielen Orten präsent.

Im Werkkatalog von Gustav Holst taucht sehr wohl eine Fassung der überaus populären Orchestersuite für zwei Klaviere auf, die vierhändige Fassung für ein Klavier ist aber eine Ersteinspielung. John York und seine Frau hielten die Zeit nunmehr für reif, das Werk dem CD-Katalog hinzuzufügen und gleichzeitig eine Tradition als Nachfolger von Holst an der St. Paul’s Girls School fortzusetzen. Bei der Übertragung der Orchesterpartitur auf das Klavier ergeben sich naturgemäß Einschränkungen: Klangfarben und Artikulationsmöglichkeiten der Orchesterinstrumente gehen verloren, da nur noch der Klavierklang zur Verfügung steht. Dafür können aber rhythmische und harmonische Details sowie bisher unerhörte Dissonanzen hervortreten, die gewöhnlich bei einer Wiedergabe durch Orchester untergehen. Die Frage ist, ob das Arrangement für nur ein Klavier beim Hörer keine Enttäuschung verursacht, der vielleicht den großen Orchesterklang des Werkes vermisst.

Gelungenes Arrangement der planetaren Suite

Ein klares Nein ist hier die Antwort. York2 schafft es, die Atmosphäre des Werkes vollständig auf einem Klavier zu reproduzieren. Die Anlage des Arrangements vermittelt dabei sogar Details, die bisher gerne überhört wurden. Auch hinsichtlich der geheimnisvollen und poetischen Abschnitte in der Musik von Holst gibt es keinerlei Einschränkungen, York2 beherrscht diese ebenso wie mächtiges Fortissimo bei großen Planeten. Die bei der Aufnahme zusätzlich eingespielten Stücke des Komponisten York Bowen, auch der englische Rachmaninoff genannt, machen diese 100% britische CD zu einer klaren Empfehlung für den Freund der Klaviermusik.

Newcomer aus Luxemburg: Francesco Tristano

Blättert man online oder auf Papier durch die Neuerscheinungen großer Labels, fällt seit geraumer Zeit auf, dass die neuen Künstler entweder sehr jung und modelartig erscheinen oder als Wunderkinder vermarktet werden. Idealerweise stimmen Aussehen und Musikalität überein, sodass sich in den Medien eine optische und akustische Vermarktung machen lässt. Im Zeitalter von YouTube ist es heute leichter und wahrscheinlicher, einen Künstler audiovisuell kennenzulernen anstatt auf einen Tonträger zu warten oder ein MP3-File zu suchen.

Der luxemburgische Pianist und Komponist Francesco Tristano ist ein solcher „Musiker 2.0“, der bewusst moderne Medien und Technik für seine Musik nutzt und nebenbei noch ziemlich fotogen wirkt. Als konservativer Mensch ist man anfangs skeptisch: Ein Absolvent der Juilliard School, der neben dem Konzertsaal noch in der Clubszene umherschwirrt und Bach „gestaltet“? Kann das seriös sein? Mit Verlaub, es kann. An Tristanos Seriosität als Musiker besteht allerdings kein Zweifel: Bereits im Alter von 19 Jahren spielte er unter Mikhail Pletnev mit dem Russischen Nationalorchester Klavierkonzerte von Prokofiev und Ravel ein. Auch eine Frescobaldi-CD und Bachs Goldbergvariationen sind in seiner Diskographie enthalten. Was macht den jungen Luxemburger aber spätestens seit der aktuellen CD „bachCage“ (Deutsche Grammophon/Universal) zum Shooting-Star in Klassik und Club?

Zunächst seine makellose Technik. Nur ein Spitzenpianist kann eine Bach-Partita derart lebendig und virtuos vortragen, dass man als erfahrener Hörer die Ohren spitzt. Tristanos Sinn für Klang ist ebenfalls hervorragend entwickelt und kommt in den langsamen Sätzen von Bach und den meditativen Stücken von Cage voll zum Tragen. Daneben bewirken die elektronischen Verfremdungen und eigenen Improvisationen eine Klanginstallation, die neuartig und faszinierend zugleich ist. Live wirkt sie auch für Nicht-Klassiker eindrücklich, auf der CD erschließt sich bei jedem Hördurchgang mehr von der Substanz der „playlist“ des Francesco Tristano. Zeitloser Bach und experimenteller Cage in einer unerhört neuen Aufmachung – eine aufregende Entdeckung.

Fischer-Dieskau Edition

Dietrich Fischer-Dieskau: Birthday Edition

Das Label Audite würdigt den Titanen des Liedgesangs in einer vierteiligen Edition. Der Fokus liegt dabei auf ausgesuchten Live-Mitschnitten.

Am 18. Mai 2012 starb Dietrich Fischer-Dieskau bei München. Als einer der größten deutschen Lied- und Opersänger wurde er schon zu Lebzeiten mit zahlreichen Neuauflagen von Labels bedacht. Bei Dietrich Fischer-Dieskau, der seine aktive Karriere nach über 40 Jahren 1992 in München beendete, gibt es trotz einer äußerst umfangreichen Diskografie immer wieder Aufnahmen zu entdecken, die das imponierende Schaffen des Sängers erweitern und Einblicke in seine Entwicklung und Arbeitsweise erlauben. Fischer-Dieskau, der nicht zuletzt aufgrund seiner kompromisslosen Herangehensweise an und für die Musik als einer der intellektuellsten Liedsänger des vergangenen Jahrhunderts galt, wird vom Label Audite in vier CDs der Reihe „Legendary Recordings“ porträtiert. Die Zeitspanne der Aufnahmen reicht dabei von 1951 bis 1989 und umfasst die wesentlichen Abschnitte der Karriere des 1925 in Berlin geborenen Sängers. Audite-Tonmeister Ludger Böckenhoff konnte beim Remastering auf die originalen Bänder von Deutschlandradio Kultur und dem Rundfunk Berlin-Brandenburg zurückgreifen. Eine subtile Nachbearbeitung des teilweise ausgezeichneten Originalmaterials soll dem Hörer dabei noch mehr Details erschließen.

Fischer-Dieskau mit Begleiterin Hertha Klust

Die früheste Aufnahme auf der CD mit Werken von Beethoven, Schumann und Mahler datiert vom Dezember 1951 und umfasst zunächst die sechs Gellert-Lieder von Beethoven. Fischer-Dieskaus kongeniale Begleiterin ist hier die Pianistin Hertha Klust, deren Flügel aufnahmetechnisch bedingt beim Hörer etwas gedämpft ankommt. Ihre schlichte und zugleich durchdachte Linienführung lässt dieses Manko aber schnell vergessen, zumal ihr Gesangspartner bereits im Alter von nur 26 Jahren eine schier unglaubliche Bandbreite an dynamischen und gestalterischen Nuancen zeigt. Bei der etwas über ein Jahr später entstandenen Aufnahme von drei Mahler-Liedern aus „Des Knaben Wunderhorn“ ist das Bild ähnlich: Ein dramatisch-ironischer Fischer-Dieskau steht im Vordergrund, wobei man eigentlich noch mehr von der ausgezeichnet agierenden Begleiterin hören möchte. Im Gegensatz zu Gerald Moore wäre hier die Frage „Bin ich zu leise?“ für Hertha Klust angebracht.

Bei der letzten Aufnahme dieser CD mit Schumann-Duetten aus dem Jahr 1977 gesellt sich der Pianist Cord Garben zu Fischer-Dieskau und seiner Frau, der Sopranistin Julia Varady. Passend zum Ehe- und Familienglück, welches Schumann in der Anfangszeit seiner Ehe mit Clara Wieck erleben durfte und in mehreren Liederzyklen verarbeitete, präsentiert sich das Ehepaar Fischer-Dieskau Varady in bester sängerischer Eintracht. Besonders im „Familiengemälde“ kommt idyllisches Biedermeier auf, der beim Zuhörer behagliche Sonntagsgefühle auslöst.

Mahler in Bestform mit Barenboim am Flügel

Die nächste CD ist ausschließlich Gustav Mahler gewidmet. Es handelt sich hier um einen Berliner Live-Mitschnitt aus dem Jahr 1971 mit Daniel Barenboim am Klavier. Der Bogen spannt sich von Liedern des jungen Mahlers bis zu den späten Vertonungen aus „Des Knaben Wunderhorn“. Eine Live-Aufnahme hat trotz technischer und menschlicher Einschränkungen wie Raum und Publikumsgeräuschen im Regelfall mehr Vorteile als Nachteile zu bieten. Die Spannung und der Dialog mit dem Publikum sind im Studio nur schwer nachzubilden. So erstaunt den Zuhörer, in wie vielen Variationen und wie oft am 14. September 1971 in der Berliner Philharmonie gehustet wurde. Auch ist spätestens beim sechsten Lied des Abends zu hören, wie die Stimmung des Flügels dezent nachlässt. All dies spielt aber letztendlich keine Rolle, denn das Duo Fischer-Dieskau & Barenboim ist in interpretatorischer Bestform. „Ich bin der Welt abhanden gekommen“ nach Friedrich Rückert ist einer der Höhepunkte des Abends. Barenboim verwandelt den Flügel in einen orchestralen Klangkörper und führt ein inniges Zwiegespräch mit Fischer-Dieskau, der die Rückert-Verse in langen Legato-Phrasen zum Leben erweckt. Auf die Verklärung abseits des Weltgetümmels folgt dann eine depressive Wendung im ersten der vier „Lieder eines fahrenden Gesellen“: Der Protagonist reflektiert und verarbeitet seine unglückliche Liebschaft, tief betrübt und himmelhoch jauchzend wechseln sich dabei ab. Nach der freudig-naiven Traumwelt des zweiten Liedes folgt ein weiterer Höhepunkt, in der Mahler seinen eigenen seelischen Schmerz plakativ zum Ausdruck bringt. Fischer-Dieskau liefert hier eine so dramatische, beinahe wahnsinnige Partie ab, dass Barenboim mitunter kaum folgen kann. Der schmerzhafte Aufschrei am Ende des Liedes führt hinab in dunkles es-Moll und deutet sinngemäß die schwarze Bahre des Todes an. Die heiter-ironische Seite bei Mahler liegt Fischer-Dieskau aber ebenfalls, was er in den letzten Liedern aus „Des Knaben Wunderhorn“ unter Beweis stellt. Wenn die Nachtigall den verstorbenen Kuckuck ersetzen soll, der Ritter wegen petzender Kinder nicht zum Hoffräulein kann und der Darsteller im „Selbstgefühl“ vom Doktor zum Narren erklärt wird, kann die Welt nicht so schlecht sein.

Schlichter Brahms, Moderne mit Orgel und Klavier

1972 ist Fischer-Dieskau erneut in der Berliner Philharmonie zu Gast, diesmal mit dem ungarischen Pianisten Támas Vásáry. Auf dem Programm stehen Lieder von Brahms, die ihren Weg auf die dritte CD der Geburtstagsedition fanden. Im Gegensatz zu Zeitgenossen wie Schumann oder Wolf orientierte sich Brahms als Liedkomponist an Schubert. Ihm schwebte dabei das schlichte und in sich geschlossene Volkslied als Ideal vor, das er mit den ihm eigenen kompositorischen Techniken ausgestaltete und erweiterte. Fischer-Dieskau stellt sich mit seinen stimmlichen Fähigkeiten uneingeschränkt in den Dienst des Komponisten. Bei der Berliner Live-Aufnahme setzt er im „Nachtwandler“ zielsicher Akzente innerhalb der groß angelegten Legato-Bögen und variiert mit unglaublicher Leichtigkeit die Dynamik. Mit der „Feldeinsamkeit“ schließen Fischer-Dieskau und sein Klavierpartner Vásáry den Liederabend ebenso subtil wie unspektakulär ab.

Der Sänger und Forscher Fischer-Dieskau wandte sich stets auch neuer und eher selten gespielter Musik zu, wie die letzte CD der Audite-Edition zeigt. Mit Max Reger, Heinrich Sutermeister und Paul Hindemith sind eher untypische Liedkomponisten aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts vertreten. Dennoch sind die „Neutöner“ stets eine Entdeckung wert, wozu Dietrich Fischer-Dieskau in erheblichem Maße beiträgt. Mit dem Organisten Ulrich Bremsteller nahm er 1972 geistliche Lieder von Max Reger auf. Fischer-Dieskaus Stimme passt sich hier perfekt der Orgel an und wirkt fast wie ein weiteres Register. Im „Passionslied“ kommt dies auf wunderbare Weise zum Ausdruck, wenn Fischer-Dieskau bei einem Orgeltriosatz die Überstimme zum Choralthema übernimmt.

Die Psalmvertonungen des Schweizer Komponisten Heinrich Sutermeister wurden 17 Jahre später aufgenommen. Die Orgel hat hier einen wesentlich größeren dynamischen Anteil als bei den Kompositionen Regers zu leisten. Stimmlich fällt auf, dass der 64jährige Fischer-Dieskau wie gewohnt ein hervorragendes mittleres und tiefes Register besitzt, in der Höhe allerdings etwas zurückhaltender singt. Den Kompositionen nützt dies aber, denn Psalm 70 und 86 in der Vertonung von Sutermeister erfordern in ihrer textlichen Kontur vom Interpreten geradezu eine sängerische Demut bei gleichzeitig starker Ausdruckskraft, was Organist Bremsteller mit geschickten Registrierungen unterstützt.

Die zehn Jahre zuvor entstandene Aufnahme mit Liedern von Paul Hindemith wurde von dem Komponisten Aribert Reimann am Klavier begleitet. Auch diese Kombination harmoniert, denn Reimann unterstützt Fischer-Dieskau tatkräftig bei den teils sehr expressionistisch anmutenden Liedern, die bis an die Grenze der Tonalität vorstoßen. Innige Töne sind es aber besonders, bei denen Fischer-Dieskau wie in „O, nun heb du an, dort in deinem Moor“ seine Legato-Kultur ausleben und Hindemiths Liedkunst wieder in den Fokus rücken kann.

Bir, iki, üç – Bavaturka!

Unterbiberger Hofmusik

Auf ihrer CD „Bavaturka“ mischt die Unterbiberger Hofmusik bayerische und türkische Einflüsse. Ein Porträt der sympathischen Musiker aus Bayern.

Ein Gehöft am Ende von Unterbiberg, nahe Staatsstraße und Autobahn. Die Dorfkirche mit obligatorischem Zwiebelturm und Friedhof gleich um die Ecke. Ich klingle am freistehenden Haus in der Mitte des Hofes und warte. Nach ein paar Sekunden geht über mir das Fenster auf. „Des gibt’s ja ned!“ Hausherr Himpsl streckt den Kopf aus der Luke und winkt mich nach oben. Das Fensterln spare ich mir aber und nehme die Treppe.

Fünfmal Himpsl: Die Unterbiberger Hofmusik

Familie Himpsl, bestehend aus Franz Josef, Irene, Xaver Maria, Ludwig Maximilian und Franz, ist die Unterbiberger Hofmusik. Seit nunmehr fast 20 Jahren sind die Bayern als musikalische Crossover-Botschafter unterwegs. Franz Josef, Trompeter und Chef der Truppe, erzählt mir bei einem Weizen, wie es dazu kam. Genau an dem Tisch, an dem wir uns in der Küche der Himpsls unterhalten, war 1992 Geburtsstunde der Hofmusik. Bei einem Jazz-Meisterkurs des Trompeters Claudio Roditi ergab sich eine lockere Bekanntschaft mit dem Jazz-Star, die in ein Weißwurstfrühstück bei den Himpsls mündete. Überrascht vom bayerischen Ständchen des Ehepaares, wechselte Roditi von der Weißwurst zur Trompete und jazzte zur bayerischen Weise. Es funktionierte auf Anhieb und der Grundstein für ein multikulturelles Crossover-Projekt war gelegt.

Himpsl, der bis vor wenigen Jahren noch hauptberuflich als Musik- und Sportlehrer arbeitete, brauchte einige Zeit, bis er Roditis hartnäckiges Werben um ein professionelles Ensemble begriff. Ab der ersten CD „Bajazzo (Unterbiberger Hofmusik meets Claudio Roditi)“ im Jahr 1995 begann die Unterbiberger Hofmusik, mit ihrem Programm auf Tour zu gehen. Aus einer kleinen privaten Idee war ein ernstzunehmendes Projekt mit professionellem Anspruch geworden.

Familie Himpsl geht den Crossover-Weg

Die Himpsl-Family ist durch die Bank musikalisch infiziert, die beiden älteren Söhne studieren ebenso Musik wie die Eltern vor über 20 Jahren. Nur der jüngste Sohn Franz konzentriert sich derzeit mehr auf die richtige Behandlung des Fußballs. Wichtig ist für Franz Josef senior neben der Aufführung originaler bayerischer Volksmusik das interkulturelle Element im Crossover-Bereich. Nach Jazz und brasilianischer Musik ist das neueste Projekt und damit auch die neue CD „Bavaturka“ der türkischen Musik gewidmet. Dies hat einen konkreten Grund.

Während seiner Lehrtätigkeit hatte Himpsl viel mit türkischen Kindern zu tun, die seine Schule besuchten. Als er sich daraufhin musikalisch weiterbildete, ein türkisches Lied lernte und sogar Türkischkurse an der Volkshochschule belegte, wurde er von Türken eher suspekt betrachtet. Man konnte sich sein Interesse für die türkische Kultur und Sprache nicht recht erklären. „Warum du machen?“, wurde er gefragt. Ganz klar: Himpsl ist ein musikalischer Integrator. Wie ein Schwamm saugt er musikalische Einflüsse auf und verschmilzt sie mit seiner bayerischen Musik. Heraus kommt ein abwechslungsreiches und höchst spannendes Programm, in dem türkische Musik und Instrumente mit bayerischen Klängen eine aufregende Symbiose eingehen. Wer die Unterbiberger mit „Bavaturka“ oder neueren CDs noch nicht live erleben konnte, kann dies regelmäßig in Süddeutschland nachholen.

Ratgeber: Das Auto inserieren

VW Passat 3BG

Sie möchten Ihr Auto inserieren? Dann sollten Sie einige Vorbereitungen treffen und auf folgende Dinge achten, um ein optimales Inserat mit besseren Verkaufschancen zu erstellen.

In vielen Zeitungen und Fachzeitschriften werden Gebrauchtwagen angeboten. Haben Sie ein bekanntes Modell, das sich in wenigen Zeilen beschreiben lässt, oder auch ein seltenes Fahrzeug, das für sich spricht, können Sie mit einem Inserat gute Erfolge erzielen. Allerdings kostet dies Geld und lässt keine allzu umfangreiche Darstellung des Autos mit Bildern zu. Der Kontakt erfolgt in der Regel telefonisch. Viel praktischer und umfangreicher sind Online-Plattformen, auf denen Sie Ihr Fahrzeug detailliert und meist gratis einem großen Käuferkreis bundesweit vorstellen können.

Am besten online: Auto inserieren

Zunächst müssen Sie sich über einen realistischen Preis Gedanken machen. Hilfestellung bieten hier der ADAC mit einer Gebrauchtwagenbewertung, die Deutsche Automobil Treuhand (DAT) mit aktuellen Gebrauchtfahrzeugwerten sowie Online-Plattformen, die bei Eingabe des Modells den Durchschnittspreis von ähnlichen, online inserierten Fahrzeugen ausgeben. Bei der Angabe einer Verhandlungsbasis bekommen Sie eventuell mehr Anfragen, sollten aber den möglichen Preisnachlass schon einkalkulieren.

Ohne Fotos ist ein Auto heute nur schwer verkäuflich. Im Zeitalter der Digitaltechnik besitzt fast jeder eine Kamera, um brauchbare Bilder des Wagens zu machen. Wenn man folgende Tipps beachtet, macht sich das Auto auch optisch gut:

  • Fotografieren Sie bei Tageslicht im Freien, meiden Sie aber sehr sonnenreiche Tage. Am besten werden Bilder am frühen Vormittag und zur blauen Stunde spätnachmittags, wenn die Sonne langsam untergeht.
  • Der Hintergrund soll nicht ablenken, ein Auto macht sich auf der Straße oder asphaltierten Flächen wie großen Parkplätzen am besten.
  • Der Blitz lässt sich gezielt zum Aufhellen einsetzen, ist aber bei guten Lichtverhältnissen in der Regel nicht notwendig. Für Innen- und Motorraum macht er dagegen Sinn. Vermeiden Sie generell störende Schattenwürfe und grelles Gegenlicht.
  • Wählen Sie an der Kamera die höchste Auflösung, da Nachbearbeitungen (wie das unbedingt erforderliche „Radieren“ des Nummernschilds) leichter fallen und auch Detailausschnitte möglich sind. Fotografieren Sie vorwiegend im Querformat, denn die meisten Online-Galerien sind auf dieses Format optimiert.
  • Sparen Sie nicht bei den Bildern. Außer Zeit kosten sie nichts und sind hilfreich, wenn Käufer Details sehen wollen.
  • Inszenieren Sie Ihr Auto in verschiedenen Positionen und von allen Seiten, denn mehr als technische Daten begeistern schöne Bilder.

Mehr Informationen erhöhen die Chancen

Um das Auto zu inserieren, geben Sie nun am Rechner die Daten des Fahrzeugs in die Eingabemaske ein, entweder per Fahrzeugschein mit HSN und TSN oder manuell. Füllen Sie das Formular möglichst detailliert aus, damit dem Käufer viele Informationen zur Verfügung stehen. Wichtig ist das Beschreibungsfeld: Hier sollten Sie zusätzliche Infos über Extras und Zusatzausstattung, Zustand des Autos , Bereifung, Wartungs- und Reparaturarbeiten und weitere Details unterbringen. Käufer schätzen es, wenn Sie zu Ihrem Fahrzeug eine Geschichte erzählen können, denn das weckt im Vergleich zu Inseraten mit wenigen Zeilen Interesse. Als Erstbesitzer können Sie die Unfallfreiheit garantieren. Hatte der Wagen vor Ihnen schon Vorbesitzer, ist das nicht so leicht, weil eventuell Ihnen unbekannte Schäden vorlagen. In den meisten Verträgen ist dieser Passus daher für den Verkäufer mit der Klausel „soweit ihm bekannt“ abgesichert.

Achten Sie auch auf gutes Deutsch, da potentielle Käufer oft durch unverständliche Beschreibungen abgeschreckt werden. Wenn ein Verkäufer der deutschen Sprache nicht mächtig ist, kann es auch beim Vertrag schwierig werden. Seien Sie bei den Angaben immer ehrlich, denn im Fall eines Verkaufs kann Sie der Käufer der arglistigen Täuschung bezichtigen, falls sich eine zugesicherte Eigenschaft im Nachhinein als nicht existent erweist. Außerdem sparen Sie sich viel Zeit, wenn Sie die Käufer wahrheitsgemäß informieren. Niemand kauft ein gebrauchtes Auto, wenn es falsch beworben wurde und die Erwartungen des Käufers nicht erfüllt. Daher lieber weniger Besichtigungen und ein Verkauf als viele verprellte Interessenten und vergeudete Zeit.

Die Kontaktaufnahme der Käufer ist per Email und/oder Telefon möglich. Wenn Sie keine Anrufe möchten, schauen Sie mindestens einmal täglich nach Mail-Anfragen zu Ihrem Inserat und beantworten Sie diese zügig. Telefonisch geht es aber meist am schnellsten, auch wenn das Telefon oft klingelt.

(Dieser Artikel entstand für auto motor und sport online.)

Eterna KulturSPIEGEL Edition

KulturSPIEGEL Edition: Eterna | Über Grenzen hinaus

Unter dem Motto „Über Grenzen hinaus“ hat die Edel AG 2012 in Zusammenarbeit mit dem KulturSPIEGEL eine neue 30-CD-Edition mit Aufnahmen des ehemals ostdeutschen Eterna-Labels herausgebracht. Was hat es nun mit dieser Marke auf sich, die bis zur Wende für die Konservierung der klassischen Musikkultur in der ehemaligen DDR verantwortlich war?

Die Historie von Eterna

Der Sänger und Schauspieler Ernst Busch (Jg. 1900) gründete zwei Jahre nach dem Ende des letzten Weltkriegs die Lied der Zeit Schallplatten-Gesellschaft mbH. Das Unternehmen, welches auch einen eigenen Musikverlag betrieb, wurde aber bereits wenige Jahre nach seiner Gründung enteignet und verstaatlicht. Aus der Schallplatten-Gesellschaft mbH wurde der volkseigene Betrieb Deutsche Schallplatten Berlin, der Musikverlag wurde vom Gesamtunternehmen abgetrennt. Eines der bedeutendsten Label dieses VEBs war Eterna, das sich auf klassische Musik spezialisierte und von seiner Gründung bis zur Wende auf über 5000 Veröffentlichungen kam.

Die Teilung Deutschlands trennte viele Künstler und Kulturstätten Ostdeutschlands hinter dem Eisernen Vorhang ab. Viele Namen sind daher im Westen nahezu unbekannt, da die Reisebeschränkungen es Künstlern nicht gestatteten, im aus sowjetischer Sicht exterritorialen Westteil Europas aufzutreten. Für viele Hörer wird diese Edition unerwartete Neuentdeckungen bereithalten, denn neben international bekannten Größen wie Kurt Masur, Peter Schreier, Ludwig Güttler oder dem Thomanerchor gab und gibt es Künstler, die ihren westlichen Kollegen in nichts nachstehen.

DDR-Kulturpolitik bestimmt Programm

Für die Programmauswahl mussten die Richtlinien der DDR-Kulturpolitik befolgt werden. Auch waren andere Reglementierungen bindend, wie zum Beispiel die Cover-Gestaltung und der Preis: 12,10 Ost-Mark pro Langspielplatte. Dennoch sind dies alles Nebensächlichkeiten, wenn es um die pure Musik geht. Das Repertoire der Edition beinhaltet vorwiegend deutsche Komponisten wie Bach, Händel, Haydn, Mendelssohn, Schubert, Mozart, Beethoven, Mahler, aber auch Werke von Vivaldi, Smetana, Mussorgsky und Zeitgenossen wie Eisler und Dessau. Die Klangqualität ist gut bis sehr gut, der Charme der LP wurde, soweit das möglich ist, auf das digitale Medium transportiert. Für eine Würdigung jeder CD ist der Platz hier zu limitiert, aber Stichpunkte und Eindrücke zu einzelnen Aufnahmen dürfen nicht fehlen.

Bruckner, 4. Sinfonie mit RSO Berlin unter Heinz Rögner: Zupackende und schlüssige Aufnahme, Orchester in Top-Form. Haydn, Sinfonien Nr. 93 & 94, Dresdner Philharmonie, Günther Herbig: Klassik mit Esprit und Elan. Schubert, Die schöne Müllerin, Peter Schreier und Walter Olbertz: Das ostdeutsche und tenorale Pendant zu Fischer-Dieskau, erforscht mit seinem fabelhaften Begleiter die Tiefen des Zyklus. Mendelssohn & Wieniawski Violinkonzerte, Igor Oistrach mit Gewandhausorchester Leipzig unter Franz Kowitschny: Die Mühelosigkeit und Virtuosität Oistrachs verblüfft immer wieder aufs Neue, die Leipziger begleiten kongenial. Bach Motetten, Thomanerchor Leipzig: Die Tradition des Knabenchors in Reinkultur.

Autoratgeber: Die Probefahrt

Nachdem Sie bei der Besichtigung das Fahrzeug genau von außen betrachtet und im Motorraum Ölstand, Kühlwasser und Bremsflüssigkeit überprüft haben, geht es nun um die Fahreigenschaften.
Eine gute Methode für den ersten Eindruck ist, zunächst den Verkäufer fahren zu lassen. Dies bringt den Vorteil mit sich, dass Sie als Beifahrer mehr beobachten können, da Sie nicht durch das Fahren mit einem unbekannten Fahrzeug abgelenkt sind. Die Probefahrt sollte bei Tageslicht stattfinden, da eine Nachtfahrt mehr Konzentration erfordert.

Probefahrt mit kaltem Motor beginnen

Schauen Sie beim Anlassen des kalten Motors auf die Kontrollleuchten: Falls die Maschine zügig anspringt (bei älteren Dieseln das Vorglühen nicht vergessen), sollten innerhalb weniger Sekunden alle Kontrolllampen erloschen sein. Dies ist im Regelfall ein Zeichen für das OK aller wichtigen Systeme, die dem Fahrbetrieb und der Sicherheit dienen. Wenn der Motor rund läuft, können Sie nochmals aussteigen und sich von der Funktion der Scheinwerfer samt Blinkern, Lichthupe, Nebelscheinwerfern und –schlußleuchte sowie Bremslichtern überzeugen. Lassen Sie nun den Verkäufer einige Kilometer fahren und beobachten Sie seine Fahrweise. Daraus lässt sich zum einen schließen, ob er (als Privatverkäufer) mit dem Fahrzeug vertraut ist, zum anderen, ob sein Fahrstil vielleicht Mängel kaschieren soll.

Achten Sie darauf, wie das Auto beschleunigt und ob der Gangwechsel flüssig läuft beziehungsweise die Automatik weich schaltet. Als entspannt sitzender Beifahrer nimmt man in der Regel die Federung und Rollgeräusche gut wahr. Ausgeleierte Stoßdämpfer und beschädigte Achslager spürt und hört auch ein Laie. Während der Besitzer steuert, können Sie bequem Funktionen wie Gebläse, Klimaanlage, Fensterheber, Schiebedach, Navigation, Radio u.a. ausprobieren, ohne sich auf den Verkehr konzentrieren zu müssen. Schalten Sie das Radio aber wieder ab, da es ein Ablenkungsfaktor ist.

Beim Probefahren die Haftung bedenken

Bitten Sie schließlich darum, auf einem Parkplatz oder einer freien Straße ohne viel Verkehr das Steuer übernehmen zu dürfen. Vorher müssen Sie sich erkundigt haben, wie das Fahrzeug derzeit versichert ist, denn alle Schäden bei einer Probefahrt gehen zu Lasten des Fahrers. Die Haftung wird allerdings durch Haftpflicht- und Kaskoversicherung auf die Selbstbeteiligung und den Rückstufungsschaden für den Fahrzeughalter beschränkt. Auch Verkehrswidrigkeiten gehen selbstverständlich auf das Konto des Fahrers, der sie verursacht. Fahren Sie keinesfalls mit einem unbekannt oder unzureichend versicherten Auto, denn Sie nehmen das volle Risiko auf sich und haften für alle Schäden! Der ADAC bietet hierzu eine Probefahrtvereinbarung auf seiner Webseite www.adac.de an.

Nachdem Sie hinter dem Steuer Platz genommen und Sitz und Spiegel eingestellt haben, probieren Sie alle Funktionen aus, die Sie bisher nicht testen konnten. Betätigen Sie dann Blinker, Hupe und Scheibenwischer zur Probe und machen Sie sich mit der Gangschaltung vertraut: Wie legt man den Rückwärtsgang ein? Sind alle Gänge im Stand gut und gleichmäßig zu schalten? Anschließend wird die Kupplung auf ordnungsgemäße Funktion überprüft. Ziehen Sie dazu die Feststellbremse an, legen Sie den 3. Gang ein und lassen Sie die Kupplung langsam kommen. Der Motor muss nun absterben, ansonsten rutscht die Kupplung durch und ist demnächst zu erneuern. Beim Automatikgetriebe verfahren Sie genauso und geben bei angezogener Feststellbremse in Position „D“ vorsichtig Gas. Auch hier muss der Motor ausgehen. Ebenso spüren Sie am Verhalten des Motors bei dieser Prozedur, wie es um die Lager bestellt ist: Rüttelt und schüttelt das Triebwerk spürbar, bevor es abgewürgt wird, sind wahrscheinlich die Motorlager verschlissen.

Spur und Bremsen testen

Nun geht es auf die Piste: Fahren Sie auf einer möglichst geraden und wenig befahrenen Straße und nehmen Sie die Hände vom Lenkrad. Zieht der Wagen daraufhin kontinuierlich nach links oder rechts, stimmt wahrscheinlich die Spur nicht. Auch ein Unfallschaden kann die Ursache für eine verzogene Spur sein.

Die Funktion der Bremsen testen Sie ebenfalls auf einer geraden und trockenen Straße mit wenig Verkehr. Beim Treten des Bremspedals muss eine gleichmäßige und weitgehend geräuschfreie Verzögerung eintreten. Die Bremswirkung ist auf beiden Seiten unterschiedlich, wenn das Fahrzeug nach rechts oder links zieht. In diesem Fall muss in der Werkstatt nachjustiert werden. Beim Bremstest sollten Sie ebenfalls die Wirkung des ABS testen. Am Besten machen Sie auf einer Nebenstraße mit Rollsplitt oder rutschigem Untergrund eine Vollbremsung bei Tempo 40, sofern niemand gefährdet werden kann. Wenn Sie nun aussteigen und deutliche Schleifspuren sehen, hat mindestens ein Reifen blockiert und das ABS versagt. Eine Reparatur ist teuer, ein defektes ABS verhindert die Zuteilung der HU-Plakette.

Testen Sie nun ausführlich die Gangschaltung, indem Sie alle Kombinationen während der Fahrt und je nach Verkehrslage ausprobieren. Schnelles Hoch- und Runterschalten sowie das Überspringen von Gängen zeigt, ob das Getriebe sauber läuft oder verdächtige Geräusche von sich gibt. Achten Sie bei Fahrzeugen mit Turbolader auf den Durchzug und die Akustik desselbigen: Ein leises Singen oder dezentes Pfeifen beim Beschleunigen ist unbedenklich, lautere Geräusche deuten auf Probleme und eventuell teure Reparaturen hin. Bewegen Sie das Fahrzeug im Stadt-Modus mit viel Stop & Go und im Landstraßen- und Autobahnmodus mit hohen Gängen bei niedrigen, mittleren und hohen Drehzahlen. Testen Sie auch, ob das Lenkrad bei höheren Geschwindigkeiten zu vibrieren beginnt.

Kühlung und Schmierung überprüfen

Bei einer Vollgasfahrt darf das Kühlmittelthermometer (falls vorhanden) nicht zu sehr ansteigen, muss sich aber bei langsamer Fahrt schnell wieder erholen. Ansonsten könnte ein Problem mit dem Thermostat vorliegen. Wenn eine Öldruckanzeige vorhanden ist, können Sie nach einer schnellen Fahrt den Motor überprüfen. Halten Sie an einer sicheren Stelle an, schalten Sie in den Leerlauf und beobachten Sie den Öldruck. Sinkt er deutlich ab, hat das Triebwerk Probleme mit dem Schmierstoffkreislauf und wahrscheinlich keine allzu lange Lebenserwartung mehr.

Zu guter Letzt checken Sie die Lenkung bei langsamer Fahrt und beim Einparken. Gibt sie bei Volleinschlägen Geräusche von sich? Hat sie deutliches Spiel? Beim Rückwärtseinparken können Sie prüfen, ob die Lenkung gut arbeitet. Müssen Sie zu stark kurbeln oder knarzt es deutlich hörbar, deutet dies auf Probleme im Lenkgetriebe hin.

Probefahrt voll ausnutzen

Eine ausführliche Probefahrt, wie sie hier beschrieben wird, nimmt normalerweise nur 30 bis 40 Minuten in Anspruch, lohnt sich aber in jedem Fall. Ein Verkäufer, der nichts zu verbergen hat, wird dem Kaufinteressenten diese anstandslos zugestehen. Bedenken Sie jedoch, dass man bei einem Gebrauchtwagen nicht den Gegenwert eines Neuwagens erwarten kann. Verschleißteile gehen ebenso wie andere Bauteile oft unerwartet kaputt und werden ab gewissen Kilometerständen fällig. Mit Defekten hat der neue Besitzer also immer zu rechnen.

Andererseits können Mängel, die bei der Probefahrt deutlich werden, dem Käufer auch einen Verhandlungsspielraum einräumen. Lässt der private Verkäufer jedoch nicht mit sich reden, ist er wahrscheinlich unseriös und hofft auf einen weniger kompetenten Abnehmer. In diesem Fall lohnt der Verzicht auf das Fahrzeug, denn die Sachmängelhaftung ist bei einem Privatverkauf in den allermeisten Fällen bereits im Vertrag ausgeschlossen.

(Dieser Artikel entstand für auto motor und sport online.)