Kommunikation

Erst verstehen. Dann kommunizieren.

Kommunikation beginnt für mich nicht mit einem Text, einer Pressemitteilung oder einer Präsentation. Sie beginnt mit der Frage: Worum geht es eigentlich?

Was ist an einem Thema relevant? Welche Zusammenhänge muss man verstehen? Was interessiert die Menschen, mit denen wir sprechen wollen? Und was sollen sie am Ende wissen, denken oder tun?

Seit mehr als 30 Jahren beschäftige ich mich beruflich mit solchen Fragen – zunächst als Journalist und Autor, später als Unternehmer und Berater und heute in der Unternehmenskommunikation.

Dabei habe ich vor allem eines gelernt: Komplexe Themen müssen nicht kompliziert klingen. Wer eine Sache wirklich verstanden hat, kann sie meistens auch verständlich erklären.

Komplexität verständlich machen

Besonders interessant wird Kommunikation für mich dort, wo die Dinge nicht ganz einfach sind: bei technischen und wirtschaftlichen Themen, bei erklärungsbedürftigen Produkten, in Veränderungsprozessen oder wenn unterschiedliche Interessen und Perspektiven aufeinandertreffen.

Dann reicht es nicht, einen Text sprachlich schön zu formulieren. Zuerst muss man Informationen ordnen, Zusammenhänge erkennen und entscheiden, was wirklich wichtig ist. Erst daraus entstehen Botschaften, Geschichten und Formate, die Menschen erreichen.

Das gilt für einen journalistischen Artikel ebenso wie für ein Interview, ein Vorstandbriefing, eine interne Veranstaltung oder die Kommunikation eines Unternehmens nach außen.

Gute Kommunikation vereinfacht, ohne zu verfälschen. Sie setzt Schwerpunkte, ohne Wesentliches wegzulassen.

Unternehmenskommunikation

Heute liegt ein wesentlicher Teil meiner Arbeit in der Unternehmenskommunikation. Dazu gehören Presse- und Medienarbeit, die Vorbereitung von Statements und Interviews, Briefings für das Management, interne Kommunikation und die Moderation von Veranstaltungen und Gesprächsformaten.

Dabei beschäftige ich mich häufig mit Themen, die erklärungsbedürftig sind: Technologie, Energie, Wirtschaft, politische und regulatorische Rahmenbedingungen oder strategische Entscheidungen eines Unternehmens. Mich interessiert besonders die Schnittstelle zwischen Fachwissen und Öffentlichkeit. In Unternehmen ist enormes Wissen vorhanden – die eigentliche Herausforderung besteht oft darin, daraus Kommunikation zu machen, die auch außerhalb der eigenen Fachwelt verstanden wird.

Das verlangt mehr als sprachliches Handwerk. Man muss Zusammenhänge verstehen, unterschiedliche Perspektiven berücksichtigen, Relevanz erkennen und manchmal auch entscheiden, was man besser nicht sagt. Kommunikation ist für mich deshalb immer auch eine Frage des Urteilsvermögens.

Journalismus als Fundament

Meine beruflichen Wurzeln liegen im Journalismus. Das prägt meine Arbeit bis heute.

Journalisten denken vom Empfänger her. Sie fragen nach, suchen Widersprüche, unterscheiden Wichtiges von Unwichtigem und interessieren sich dafür, warum eine Geschichte für andere Menschen überhaupt relevant sein sollte.

Diese Perspektive ist auch in der Unternehmenskommunikation wertvoll. Denn Kommunikation funktioniert nicht deshalb, weil ein Absender etwas unbedingt mitteilen möchte. Sie funktioniert dann, wenn das, was er zu sagen hat, für den Empfänger einen Wert besitzt.

Journalistische Erfahrung hilft außerdem dabei, die andere Seite des Tisches zu verstehen: Welche Frage wird ein Journalist stellen? Wo ist eine Aussage noch nicht plausibel? Wo steckt die eigentliche Nachricht? Und welche Formulierung klingt zwar intern hervorragend, würde außerhalb des Unternehmens aber niemanden interessieren?

Wenn Kommunikation auf KI trifft

Künstliche Intelligenz verändert auch die Kommunikation grundlegend. Sie kann bei Recherche und Analyse helfen, Informationen strukturieren, Wissen erschließen, Varianten entwickeln und Arbeitsabläufe erheblich beschleunigen.

Mich interessiert dabei weniger, wie viel Content sich mit KI produzieren lässt. Davon gibt es ohnehin genug. Interessanter ist die Frage, wie Kommunikation durch KI besser werden kann: schneller und effizienter, aber auch fundierter, konsistenter und besser auf vorhandenes Wissen gestützt.

Denn je einfacher es wird, Texte, Bilder und andere Inhalte zu erzeugen, desto wichtiger wird das menschliche Urteilsvermögen. Was ist richtig? Was ist relevant? Was passt zur Situation und zum Absender? Was sollte überprüft werden? Und was sollte man trotz aller technischen Möglichkeiten besser bleiben lassen?

KI ersetzt für mich deshalb nicht kommunikative Erfahrung. Richtig eingesetzt, erweitert sie deren Möglichkeiten.

Genau dort treffen sich für mich Kommunikation, Journalismus und Künstliche Intelligenz.