Masterarbeit schreiben in 17 Tagen

Stadtbibliothek Stuttgart

Das Schreiben einer Masterarbeit ist eine Angelegenheit, die mit hohem Zeitaufwand einhergeht. Wissenschaftliche Arbeiten schreiben sich nicht nebenher, sondern erfordern Einarbeitung, Disziplin und Ausdauer. Unter Zeitdruck muss es aber oft schneller gehen. In diesem Beitrag schildere ich, wie meine Masterarbeit in 17 Tagen entstand. Zwar wäre es ohne regelmäßige Vorarbeit nicht möglich gewesen; die reine Schreibarbeit mit Quellenstudium, dem Anfertigen von Diagrammen, einer Case Study sowie der Analyse nahm aber tatsächlich nur zweieinhalb Wochen in Anspruch.

Masterarbeit in International Management

Ich schrieb meine Master Thesis im Rahmen eines berufsbegleitenden MBA-Studiums International Management an der Lord Ashcroft International Business School (LAIBS) der Anglia Ruskin University (ARU) in Cambridge/UK. Das Masterstudium selbst war ein Dual Award, der vom Institute of Management Berlin (IMB) in Zusammenarbeit mit der ARU ausgerichtet wurde. Als Bearbeitungszeit für die Thesis standen vier Monate zur Verfügung. Drei Viertel meiner Zeit dienten einzig und allein der Quellensammlung sowie deren Erfassung und ständigen Aktualisierung.

Neben den Präsenz- und Online-Bibliotheken der LAIBS und der HWR Berlin nutzte ich Google Scholar, um mit den neuesten Publikationen zu meinen Schlüsselbegriffen versorgt zu werden. Damit konnten Veröffentlichungen zum Thema integriert werden, die erst 2014 oder 2015 erschienen und damit noch nicht weit verbreitet waren. Die Aktualität durch Google Scholar machte es möglich, Aufsätze und Arbeiten finden, die unmittelbar zu meinem Thema Intellectual Property in the German automotive sector: How do German Mittelstand and SMEs utilise their IP portfolio?“ passten und wertvolle Anregungen und Zitate lieferten.

„Ohne Struktur und Zeiteinteilung geht nichts.“

Wichtig ist die Planung der Struktur und die Zeiteinteilung bei einer Masterarbeit. Während sich die grobe Gliederung mit den feststehenden Teilen bereits aus den Vorgaben der Universität ergab, musste ich meine Zeit selbst einteilen und planen. Zunächst ging ich davon aus, dass die Masterarbeit in der Art eines viermonatigen „Crescendo“ machbar sein würde: Langsam und sparsam beginnen, aber jede Woche mehr und mehr intensivieren und fokussieren. Dies stellte sich nach wenigen Wochen als Trugschluss heraus. Da ich als Selbstständiger voll arbeitete, kamen mir immer Dinge dazwischen, die eine konzentrierte Beschäftigung mit der Masterarbeit unmöglich machten. Das Gantt-Chart, mit dem ich die Arbeit geplant hatte, stimmte nicht mehr mit der Realität überein:

Gantt-Chart zur Masterarbeit
Im Gantt-Chart sind alle Arbeitsschritte von Beginn bis zur Abgabe chronologisch angeordnet.

Eigentlich waren nur die orange markierten Tage komplett ohne Beschäftigung mit der Masterarbeit vorgesehen. An den blau markierten Tagen wollte ich mindestens vier Stunden für die Thesis arbeiten. Durch das wechselnde Arbeitsaufkommen eines Freelancers bedingt, wechselten aber zahlreiche andere Tage von blau nach orange. Nach Rücksprache mit meinem Betreuer beschloss ich daher, die komplette Auswertungs- und Schreibphase in die letzten drei Wochen zu legen. Dafür begab ich mich zur Klausur in eine abgelegene Ostsee-Gemeinde und arbeitete in dieser Zeit ausschließlich an der Masterarbeit. Im folgenden Tagebuch beschreibe ich, wie die Vorarbeit aussah und was an den 17 Tagen bis zur Abgabe geschah.

Vorarbeiten zum Schreiben der Masterarbeit

Die Vorbereitung begann bereits im Januar während des Moduls „Research Methods“ an der LAIBS. Während der Methodik-Vorlesung kristallisierte sich schon das Thema heraus, wurde eingegrenzt und verfeinert. Der erste Vorschlag musste am 30. Januar in Form eines Posters eingereicht werden. Nach dem anschließenden Feedback erfolgten Nacharbeiten, Veränderungen und weitere Eingrenzungen, die zu einem Prototypen führten, der etwa 20% der Masterarbeit enthielt. Das sogenannte „Research Proposal“ bestand aus einer Einführung zum Thema, einer verkürzten Literaturauswertung sowie dem Zeitplan der Arbeit. Mit Abgabe des Dokuments am 13. April standen noch genau 16 Wochen Bearbeitungszeit zur Verfügung.

In mehreren Arbeitsphasen wurden die Bibliotheken durchsucht, passende Literatur durch Querlesen ausgewählt und in der Literaturverwaltung Cite this for me erfasst sowie als digitales Dokument archiviert. Ebenso verfuhr ich mit den Online-Quellen von Google Scholar: Nahezu täglich bekam ich im Rahmen der Literaturrecherche eine Linksammlung zu meinen Schlüsselwörtern per E-Mail. Die Quellen mussten nun gelesen und auf Verwendungstauglichkeit überprüft werden. Passte ein Dokument zum Thema, wurde es in RefME erfasst und archiviert. Um die Datensicherheit bei der zunehmenden Anzahl an Dokumenten zu gewährleisten, legte ich ein dreifaches Backup an: Der Masterarbeitsordner wurde auf einer Backup-Festplatte, einer SD-Karte sowie der Dropbox gesichert. Selbst wenn die Festplatte meines Rechners und die Cloud zusammengebrochen wären, hätten noch zwei unabhängige lokale Datenträger zur Verfügung gestanden.

Bereits in der 6. Woche deutete sich an, dass eine geplante Umfrage mit 20 Unternehmen problematisch werden könnte. Der Rücklauf war minimal, viele Firmen wollten oder konnten die Fragebögen nicht beantworten. Daher schwenkte ich kurzerhand auf Interviews mit externen Experten um. Das Organisieren und Durchführen nahm weitere Zeit in Anspruch, die letzten Interviews ergaben sich sogar erst während der Schreibphase. Weiterhin gestaltete sich die Auswertung der Patentdatenbank als anspruchsvoll, da für die ausführliche Analyse eine komplexe Software nötig gewesen wäre. Die Bearbeitung in Excel stellte sich schließlich als Kompromiss heraus, der für die erforderlichen Diagramme ausreichte. Mit weit über 150 Quellen, einer halbfertigen Literaturauswertung, dem Methodik-Kapitel und drei von sechs Interviews ging es schließlich am 16. Juli in Klausur an die Ostsee.

Schreibphase der Masterarbeit

Tag 1: Ankunft, Sammlung, Formalien

Für die kommenden Tage und Wochen hatte ich mir folgende Tageseinteilung vorgenommen: 8 Stunden Masterarbeit, 8 Stunden Freizeit, 8 Stunden Schlaf. Das funktionierte gut, wobei an manchen Tagen mehr Arbeit und weniger Freizeit stattfand. Es gab aber auch Tage, an denen es sich umgekehrt verhielt. Am ersten Tag sortierte ich jedenfalls die Quellen in verschiedenen Ordnern, verschaffte mir einen Überblick, stellte Mängel und Argumentationsschwächen im Research Proposal fest und versuchte, den „Roten Faden“ zu finden. Daneben erledigte ich alle Formalien, d.h. alle notwendigen Deckblätter, Erklärungen und Anhänge wurden bis auf die Unterschrift fertiggestellt. Die Verbindung zur Außenwelt war dagegen nicht optimal: Weder Vodafone noch O2 boten schnelle mobile Datendienste. Blieb nur noch die Telekom als letzte Hoffnung.

Tag 2: Probleme mit dem Titel

Gleich am zweiten Tag tauchte ein Problem auf: Der Titel war in Gefahr. Der Begriff „SME“ (small and medium-sized enterprises), den ich verwendete, stand teilweise im Widerspruch zum deutschen Begriff „Mittelstand„. Nach verschiedenen Definitionen sind SME und Mittelstand nicht deckungsgleich, was einige Quellen nicht verwertbar machte. Ich schickte meinem Betreuer einen Änderungsvorschlag und nahm den Mittelstand mit auf. Ebenso wurden die Forschungsfragen der zweiten Ebene umformuliert, um auf den neuen Titel Bezug zu nehmen. Im Laufe des Tages las ich mich weiter in die Quellen ein, überprüfte das Research Proposal und transkribierte und übersetzte das letzte Interview. Am Vormittag hatte ich eine SIM-Karte der Telekom für mein iPad gekauft. Wenn das Tablet im Garten war, bestand eine einigermaßen solide 3G-Verbindung. Die Lösung war es schließlich, das iPad in einer Plastiktüte im Garten als Hotspot zu verwenden und im Haus zu arbeiten. Damit konnte ich in passabler Geschwindigkeit online sein.

Tag 3: Literaturmangel führt zu neuer Idee

Vormittags wurden weiter die Quellen studiert und aussortiert. Daneben legte ich mehrere Tabellen an, in denen ich Zitate aus den Quellen extrahierte und sammelte. Die SME/Mittelstandsfrage war immer noch Grund für intensive Beschäftigung. Es stellte sich weiterhin heraus, dass es zu wenig brauchbare Literatur zum Thema Autozulieferer und deren IP Portfolio gab. Daher wurde den Interviews eine besondere Rolle zuteil, da sie Experten-Informationen enthielten, welche die Literatur teilweise ersetzen oder sogar ergänzen konnten. Zudem kam mir die Idee einer Case Study, da ich wenige Monate vorher einen deutschen Mittelständler interviewte, der unmittelbar mit Innovation und Monetarisierungsmodellen im Automobilbereich zu tun hat. Am Ende des Tages war auch ein weiteres ausstehendes Telefon-Interview geplant und bestätigt.

Stadtbibliothek Stuttgart
Stadtbibliothek Stuttgart (Quelle: pixabay.com, misterfarmer)

Tag 4: Faul, aber effektiv

Der vierte Tag begann faul und nahm erst am Nachmittag Fahrt auf. Zunächst überlegte ich nur, wie ich die Case Study angehen könnte und entwarf in Gedanken mehrere Szenarien. Abends begann ich dann, diese auf Papier zu bringen. Weiterhin sichtete ich dazu erhältliches Statistik-Material aus Datenbanken und fragte ein weiteres Interview an. Gleichzeitig erreichte mich eine E-Mail eines Professors, den ich als Quelle zitierte und dem ich eine spezielle Frage zu seiner Mittelstands-Definition gestellt hatte. Seine Antwort ließ sich als Beleg für die notwendige Umformulierung des Titels verwenden.

Tag 5: Case Study und Interview

Die am Vorabend begonnen Case Study wurde fortgesetzt. Zusätzlich recherchierte ich weiter im Mittelstandsbereich und erweiterte die Zitate-Sammlung. Ein weiteres Telefon-Interview hielt ich mit Freisprechanlage im Auto auf einem Parkplatz ab und fertigte unmittelbar danach die Reinschrift an. Für ein in Berlin geführtes Interview traf die Autorisation ein.

Tag 6: Interview und Status-Update

Am sechsten Tag konnte ich ein Telefon-Interview mit dem Geschäftsführer eines Automobilzulieferers führen. Am Abend wurde die Rohfassung der Case Study abgeschlossen und meinem Betreuer samt einem Status-Update gemailt.

Tag 7: Nicht viel Neues

Dieser Tag lässt sich in wenigen Worten beschreiben: Weitere Quellenarbeit und Auslesen von Zitaten.

Tag 8: Viele Telefonate

Ein Telefon-Interview mit einem Mittelstands-Experten stand an. Für das Interview von Tag 5 kam nun die Autorisation. Es zeichnete sich aber eine Gefahr für die Case Study ab: Ich rief einen Fachkollegen an und wollte seine Meinung zur Nutzung meines Interviews mit dem Mittelständler wissen. Er wies auf die Brisanz hin, da ich zwar korrekte Zitate und Inhalte hatte, das untersuchte Unternehmen aber diese Fakten nie öffentlich zugegeben oder bestätigt hatte. Die Gefahr bestand darin, bei Veröffentlichung von Rechtsanwälten ordentlich beharkt zu werden. Ich rief daher kurzerhand den Geschäftsführer an und schilderte ihm mein Vorgehen. Er wollte die Case Study daraufhin sehen und bekam sie per E-Mail zugeschickt. Ich bat ihn darin, mir innerhalb von 48 Stunden zu sagen, ob Änderungen notwendig seien. Das Ende des Tages verbrachte ich bei weiteren Quellenstudien sowie der grafischen Aufbereitung des Conceptual Framework.

Tag 9: Daten und Diagramme

Der neunte Tag war Excel gewidmet: Aus den entsprechenden Daten der Patentdatenbank formatierte ich Diagramme und analysierte die Entwicklung der IP Portfolios. Das Methodik-Kapitel wurde erweitert, der Appendix ergänzt. Für eine verbesserte Übersichtlichkeit benannte ich die Quellen um und ergänzte weitere Zitate. Das Conceptual Framework wurde nun ins Hauptdokument eingefügt. Aufgrund der Interview-Ergebnisse in einem brisanten und diffusen Forschungsgebiet, wo alle Unternehmen ihre Karten bedeckt halten, stellte ich den Antrag auf Vertraulichkeit der Arbeit. Fünf von sechs Interviewpartnern bestanden auf Anonymität, was laut den Ethik-Vorgaben der Universität möglich ist. Da sich aber durch deren Aussagen ein Widerspruch zu aktueller Forschung und Lehre ergab, hielt ich es zum Zeitpunkt des Verfassens der Masterarbeit für sinnvoll, die Ergebnisse nicht öffentlich zu machen. Meinem Antrag wurde von der Universität stattgegeben, die Arbeit stand damit nur den Korrektoren sowie meinen Quellen zur Verfügung.

Master-Screens: Links ist die Literaturverwaltung RefME offen, rechts sind Diagramme aus Patentdaten in Bearbeitung.
Master-Screens: Links ist die Literaturverwaltung RefME offen, rechts sind Diagramme aus Patentdaten in Bearbeitung.

Tag 10: Erste Ergebnisse

Durch die Lektüre der vergangenen Tage konnte ich nun die Literaturauswertung erweitern und weitere Quellen erfassen. Weiterhin überarbeitete ich die Diagramme mit Patentdaten und fokussierte mich auf zehn Unternehmen, die detailliert dargestellt wurden. Auch das Ergebnis-Kapitel begann nun, weil aus der Datenanalyse bereits verwertbare Daten vorlagen. Abends bereitete ich noch die „Dissertation Declaration Form“ vor, in der Formalien wie Name, Studenten-ID, Thema etc. eingetragen wurden.

Tag 11: Literaturauswertung und Interviews

Der elfte Tag gestaltete sich rein von der geistigen Arbeit her eher gemächlich. Inzwischen war die Literaturauswertung abgeschlossen, das Ergebniskapitel wurde mit der Zusammenfassung der Interviews erweitert und umfasste nun rund 2100 Wörter. Am Abend startete ich die Analyse und Diskussion der Ergebnisse.

Tag 12: Analyse und Anpassungen

Die Analyse nahm im Lauf des Tages Form an und wurde etwa zur Hälfte fertig. Sie reichte bis zum Punkt „Nutzbarmachung von IP“. Daneben mussten die Methodik und die Einleitung leicht verändert werden, weil ich vom ursprünglich geplanten Ansatz aufgrund Datenmangels bei Unternehmen abwich.

Tag 13: Analyse und Reflexion

Am dreizehnten Tag überarbeitete ich das komplette Analyse-Kapitel und bezog die Forschungsfragen so ein, dass der rote Faden noch deutlicher wurde. Die saubere Formatierung der Diagramme war mehr eine Fleißarbeit, bereitete die Arbeit aber auch optisch überzeugend auf. In der Roadmap der Universität zur Masterarbeit tauchte ein Punkt auf, den ich bis dahin vernachlässigt hatte: Ich musste meinen Ansatz und meine Methoden kritisch reflektieren. Daher wurde das Analyse-Kapitel dementsprechend erweitert und angepasst.

Tag 14: Theorien und Case Study

Um die Übersichtlichkeit zu erhöhen, fügte ich eine Tabelle ein, in der die für meinen Ansatz herangezogenen Theorien samt Autoren und Inhaltsangabe erfasst wurden. Weiterhin fügte ich die bearbeitete Case Study als dritten Punkt neben der Patentdatenauswertung und den Interviews ein. Der „Abstract“ als kurze Zusammenfassung der gesamten Arbeit konnte nun auch geschrieben werden, da alle Einzelteile der Masterarbeit fast fertig waren und die Ergebnisse feststanden.

Tag 15: Korrekturen und Gegenlesen

Der fünfzehnte Tag drehte sich nur um Korrekturen (Rechtschreibung, Grammatik) und das Gegenlesen, bei dem ich jeden Satz und jede Behauptung auf den Prüfstand stellte:

  • Stimmt die Aussage?
  • Ist sie belegbar?
  • Wurde richtig zitiert?
  • Bleibt der rote Faden erkennbar?
  • Sind die einzelnen Passagen in sich logisch und machen aneinandergereiht Sinn?

Tag 16: Formalien und Druck

Am vorletzten Tag beendete ich das Gegenlesen und nahm eine weitere Korrektur-Runde in Angriff. Besonders die Formalien (Dissertation Declaration Form, Contact Log etc.) wurden nochmals geprüft und ergänzt. Das Inhalts- und Abbildungsverzeichnis stand als nächster Punkt auf dem Programm, die Anhänge wurden danach formatiert und optisch auf Vordermann gebracht. Eine weitere Kontrolle bezog sich nur auf das Layout. Die vorerst finale Version kopierte ich auf einen USB-Stick und ließ sie in Stralsund in einem Copy-Shop ausdrucken und binden. Der Druck diente nur als Hilfsmittel, um die Arbeit nicht am Bildschirm lesen zu müssen. Die Abgabe an der Universität erfolgt digital per Upload auf den Uni-Server, Print-Exemplare sind nicht mehr notwendig. Am Abend nahm ich den Plagiats-Check mittels der Turnitin-Software vor. Alle bereits erfassten Textstellen wurden farbig hervorgehoben, sodass ich nur noch die korrekte Zitierung überprüfen musste.

Tag 17: Finale Korrekturen und Abgabe

Am letzten Tag sichtete ich die Masterarbeit vormittags und machte das letzte Fein-Tuning: Einheitlicher Schriftsatz, Formatierung von Literaturverzeichnis und Titelseite, Überprüfung der Formalien, letzter Check von Rechtschreibung und Layout, Einbau und Testen der Sprungmarken und Ankerpunkte. Am frühen Nachmittag fiel mir nichts mehr ein, was noch geändert werden musste. Ich erstellte das finale PDF, benannte es gemäß den Vorgaben und lud es auf den Uni-Server hoch. Fertig.

Fazit: Eine Masterarbeit in 17 Tagen ist möglich

Es ist möglich, eine Masterarbeit (ebenso wie eine Bachelorarbeit) innerhalb kurzer Zeit zu schreiben. Allerdings muss die Vorarbeit diszipliniert und gut sein; die Masterarbeitsphase sollte möglichst außerhalb der gewohnten Umgebung stattfinden, um Ablenkung zu vermeiden. Vollzeitstudenten können sich einer Masterarbeit intensiv und über einen längeren Zeitraum widmen. Für Angestellte, die nebenberuflich studieren, bedeutet das drei Wochen Urlaub, für Selbstständige drei Wochen ohne Jobs und Akquise.

Ganz wichtig ist es aber, bei Beginn der Intensivphase die Struktur und die voraussichtlichen Ergebnisse vor dem geistigen Auge zu haben. Ansonsten wird der Druck von Tag zu Tag größer und das Ufer bleibt außer Sichtweite. Wer jetzt daran denkt, sich Unterstützung bei einem akademischen Dienstleister zu holen, sollte sich über die Gefahren im Klaren sein, wenn die Masterarbeit mit einem Ghostwriter geschrieben wird.

Autor
Michael Rassinger
Datum
23. Dezember 2015